Neuwahl von Aufsichtsräten bei der außerordentlichen Hauptversammlung

 

Die Aktionäre der Saint-Gobain Oberland AG haben in einer außerordentlichen Hauptversammlung in Bad Wurzach-Ziegelbach am Donnerstag, 17. Dezember 2015, vier neue Aufsichtsräte gewählt. Dies wurde notwendig, da die bisherigen Anteilseignervertreter der Saint-Gobain-Gruppe zurückgetreten waren. Die Saint-Gobain-Gruppe als Hauptaktionär hatte zuvor ihre Anteile an dem internationalen Behälterglashersteller an Fonds, die von Apollo Global Management LLC gemanagt werden, und die französische Investmentbank bpifrance veräußert. 

 

Stefan Jaenecke erläuterte in Bad Wurzach als Vorstandsvorsitzender der Saint-Gobain Oberland AG die aktienrechtlichen Notwendigkeiten dieses Vorgangs. Da die Aufsichtsräte Dieter Babiel, Hartmut Fischer, Jean-Dominique Grégoire und Matthias Zenner wegen des Wechsels des Hauptaktionärs nicht mehr zur Verfügung stehen, musste eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden. Neu in dem Gremium sind jetzt Pierre Balian, Denis Michel, Alice Mouty sowie Eric Placidet, die alle für die Verallia-Gruppe und Saint-Gobain Emballage SA in Paris tätig sind. Alle wurden von der Aktionärsversammlung mit großer Mehrheit gewählt. 

 

Die Saint-Gobain Oberland AG agiert unter Verallia Deutschland am Markt. Trotz des Verkaufs der Gesellschaften von Saint-Gobain an Apollo behält die Aktiengesellschaft ihre Namen bis zu einem offiziellen Umbenennungsbeschluss bei. Gemeinsam mit anderen Ländergesellschaften gehört die Gesellschaft zu „Verallia“, einem der Global Player auf dem Behälterglasmarkt.

Neben der Neuwahl der Aufsichtsräte wurde im Dorfstadel in Bad Wurzach-Ziegelbach in einem „Ergänzungsverlangen“ zur Tagesordnung noch die Verlegung des Geschäftsjahres beschlossen. Die Saint-Gobain Oberland AG wird künftig nicht zum 31. Dezember, sondern zum 28. beziehungsweise 29. Februar des Jahres bilanzieren.  

 

In seinen Erläuterungen zur Lage wies Jaenecke darauf hin, dass der neue Mehrheitsaktionär die Absicht bekundet hat, die Saint-Gobain Oberland AG mittels eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags in die Gruppe einzugliedern. Stefan Jaenecke: „Solch ein Vorgang ist sicherlich für ein Unternehmen ein bedeutender Schritt, andererseits aber uns bei Saint-Gobain Oberland geläufig, hatten wir doch die GPS Glasproduktions-Service GmbH in der Vergangenheit genauso integriert.“ 

 

Zu dieser GPS, die bislang im Rahmen der Saint-Gobain Oberland AG für den Produktionsanlagenbau zuständig war, erklärte der Vorstandsvorsitzende, dass das Unternehmen zum Jahreswechsel vom bisherigen Geschäftsführer Rolf Themann im Rahmen eines Management-Buy-outs übernommen wird.

 

Die Lage auf dem Behälterglasmarkt bezeichnete Jaenecke in seiner Ansprache vor den Aktionärinnen und Aktionären als „schwierig“. Mit Verweis auf die Quartalszahlen vom September machte der Vorstandsvorsitzende auf einen Umsatzrückgang von 7,9 Prozent aufmerksam, der dem starken Preisdruck sowie einigen Sonderfaktoren geschuldet sei. Auch die Lage in den Werken in Russland und in der Ukraine sei vor allem durch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd. Die weitere Entwicklung dort sei nur schwer absehbar.

Jaenecke betonte andererseits, dass mit Apollo Global Management LLC und bpifrance „verantwortungsbewusste und längerfristig orientierte Investoren“ Verallia übernommen haben. Daraus ergebe sich eine größere Eigenständigkeit des Behälterglasherstellers im Vergleich zu der Zeit, als Verallia nur ein Teilbereich eines größeren Baustoffkonzerns gewesen sei. Die Übernahme werde „besondere Anstrengungen von uns verlangen“, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Wir sind dazu bereit!“