Saint-Gobain Oberland AG erhält Zertifikat "audit berufundfamilie"

zertifikat 2012

Vor wenigen Tagen erhielt der Behälterglashersteller Saint-Gobain Oberland AG, der unter der Marke Verallia auftritt, das Zertifikat „audit berufundfamilie“ der berufundfamilie gGmbH (eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung). Als ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig handelndes Unternehmen hat sich Saint-Gobain Oberland um das „audit berufundfamilie“ beworben. Dies unterstreicht, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fester Bestandteil der Unternehmenskultur werden soll.

In der Zielvereinbarung dazu heißt es, dass das Unternehmen „die Balance zwischen betrieblichen und individuellen Interessen fördern“ und sich daher „offensiv als familienbewusster Arbeitgeber positionieren“ wird. Konkret ist hiermit gemeint, dass Mitarbeiter künftig verstärkt Unterstützungsmöglichkeiten bei Pflege oder Kinderbetreuung bekommen sollen. Mit doppeltem Effekt: Die Kolleginnen und Kollegen werden von Sorgen entlastet – und das Unternehmen kann auf Arbeitskräfte bauen, die den Kopf frei haben für ihre anspruchsvollen Aufgaben. „Eine Win-Win-Situation“, sagt Thomas Beyer, Personalvorstand, der das Projekt mit initiiert hat.

Wie alle Zertifizierungen muss auch das Zertifikat „audit berufundfamilie“ nach einer festgelegten Zeit re-auditiert werden. In den kommenden drei Jahren muss die Saint-Gobain Oberland AG nun eine Fülle von Maßnahmen aufgreifen und umsetzen wie beispielsweise die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit oder die Umsetzung des Pflegezeitgesetzes bis hin zum Kinderstuhl in der Kantine.

Die Ziele wurden von Mitarbeitern in einem Auditierungs-Workshop erarbeitet und vom Vorstand gemeinsam mit den Führungskräften des Unternehmens verabschiedet, bevor diese zur Prüfung in einer Zielvereinbarung an die Hertie Stiftung gegeben wurden. Nach dem Erhalt des Zertifikats, werden nun die konkreten Maßnahmen bis zu festgelegten Zeitpunkten umgesetzt.

Entscheidend ist für Projektleiter Michael Breuer bei allem, „den Mitarbeitern ein Stück Sicherheit zu geben. Wenn es bei der Betreuung von Kindern klemmt, wenn plötzlich ein Pflegefall auftritt, wenn eine krankheitsbedingte Dauerbelastung die Familie zu Hause beansprucht, dann dürfen Mitarbeiter heute mit solchen Sorgen nicht mehr alleingelassen werden“.

Tanja Greulich unterstützt das Projekt Vereinbarkeit von Beruf und Familie von der Personalseite. Die Wirtschaftspsychologin, die als Personalentwicklerin im Unternehmen arbeitet sieht „einen extremen Wandel: Junge Väter wollen sich heute ebenfalls ihren Kindern stärker widmen – und danach kommen sie wieder ganz anders zur Arbeit: motivierter!“. Wer als Arbeitgeber für aufstrebende junge Leute attraktiv bleiben will, der muss hier etwas zu bieten haben.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeutet jedoch nicht ausschließlich Kinderbetreuung, sondern der Bereich Pflege von kranken oder älteren Familienmitgliedern kommt ebenfalls hinzu. Schon allein aufgrund der Altersstruktur der Gesellschaft wird das Thema immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Es gibt heute bereits zahlreiche Möglichkeiten bei Engpässen sich Hilfe zu holen. Bei der Saint-Gobain Oberland AG sind verschiedene Betriebsvereinbarungen oder auch Maßnahmen der Krankenkassen zu nennen. „Es ist so, dass der Zusammenhang zwischen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu den einzelnen Maßnahmen teilweise nicht bewusst und bekannt ist. Hier haben wir Aufklärungsbedarf “, meint Tanja Greulich. Das wird in den kommenden Monaten auch ein Hauptanliegen der Initiative sein: Alle Beschäftigten, vor allem aber auch die Führungskräfte zu informieren und bei allen für Verständnis zu werben. Dass sich die verschiedenen Bedürfnisse von Beruf und Familie nicht so leicht vereinbaren lassen, vor allem in Bereichen wie im Schichtbetrieb, ist allen Beteiligten klar. „Aber es ist dringend notwendig!“ unterstreicht Michael Breuer. Das sieht der Vorstand ebenso, der das Programm „berufundfamilie“ vehement unterstützt. Jetzt beginnt die Umsetzung in den Alltag.

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