Saint-Gobain Oberland AG legt Jahresabschluss 2012 vor - Geschäftsentwicklung uneinheitlich

In einem zunehmend volatilen Markt für Behälterglas konnte die – unter der Marke Verallia auftretende – Saint-Gobain Oberland AG  die eigene Entwicklung im Geschäftsjahr 2012 in Deutschland stabil halten und mit einiger Anstrengung auf der Kosten- und Absatzseite noch zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Die Auswirkungen der sich verändernden Finanzwelt sind vor allem an den Standorten in Osteuropa zu spüren. Zusätzlich hierzu beeinflusste das weiterhin sehr herausfordernde Marktumfeld in Russland und der Ukraine die Ertragslage entsprechend negativ. Sämtliche Standorte des Saint-Gobain Oberland Konzerns waren wie die der anderen Hersteller von Glasverpackungen im Berichtszeitraum von den stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten betroffen. Der Konzernumsatz erhöhte sich zwar im Berichtsjahr leicht – wie bereits berichtet – um insgesamt 1,8 Prozent auf knapp 521,5 Mio. Euro; das Konzernergebnis nach Steuern, welches aus dem Jahresabschluss hervorgeht, lag jedoch bei -3,4 Mio. Euro (nach 19,2 Mio. Euro im Vorjahr). Der vollständige Geschäftsbericht der Gesellschaft wird am 26. März 2013 veröffentlicht.

Der allgemeine Trend zu rückläufigen privaten Konsumausgaben zeigte sich 2012 auch im Bereich der Glasverpackungen in Deutschland. Sowohl das Segment Getränkeflaschen als auch der Bereich Konserven- und Verpackungsgläser gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.

In den Ostmärkten stellte sich die Situation 2012 anhaltend schwierig dar. In einem insbesondere im Getränkebereich sehr stark durch Wettbewerb geprägten Marktumfeld konnte in Russland der Umsatz wieder um rund 3,8 Prozent auf 87,9 Mio. Euro gesteigert werden. Die staatlichen Bestimmungen für Alkohol – insbesondere für Spirituosen- und Weinproduzenten – erschwerten weiterhin das Geschäft enorm. Eine spürbar schwächere Ernte in der Ukraine in 2012 beeinflusste vor allem das lokale Marktsegment Gläser negativ. Dies wirkte sich entsprechend auf den Umsatz der dortigen Beteiligung aus, der sich im Vorjahresvergleich um 6,0 Prozent auf 40,2 Mio. Euro verringerte. 
Sowohl in Deutschland als auch in Osteuropa hat Saint-Gobain Oberland seine Produktionskapazitäten stets flexibel an die Markterfordernisse angepasst.

Der Preisanstieg für Energie und Scherben war wie bereits erwartet sehr hoch. Damit einher geht auch der Druck auf die Margen, da nicht alle Kostenanstiege an die Kunden weitergegeben werden konnten. Auch zeitnah eingeleitete interne Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung konnten die Entwicklung nicht ausgleichen. Zudem ist die Verfügbarkeit von Recyclingglas, das in der Glasindustrie als nachhaltiger Rohstoff bei der Produktion eingesetzt wird, fortwährend kritisch. Trotz der reduzierten Qualität von Recyclingglas konnte die Einsatzquote im Geschäftsjahr auf einem hohen Niveau gehalten werden, was die Nachhaltigkeit des Werkstoffes Glas wiederholt deutlich macht.  

Kontinuierliche Anlagenoptimierungen ermöglichen es Saint-Gobain Oberland stetig effizienter und energiesparender zu produzieren. Zusammen mit einer konsequenten Qualitätsausrichtung sieht sich das Unternehmen auch für die Zukunft den hohen Anforderungen der Kunden an Produktqualität gewachsen. „Dabei werden wir aber auch weiterhin unsere Kapazitäten – wie beispielsweise bei Wiederanläufen nach Wannenreparaturen – am Bedarf unserer Kunden ausrichten und nicht auf Lager produzieren“, erläutert Stefan Jaenecke, Vorstandsvorsitzender, hierzu.

In der AG stieg der Umsatz von 364,9 Mio. Euro im Vorjahr um 2,8 Prozent auf 374,9 Mio. Euro im Berichtsjahr. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in den notwendigen Preisanpassungen. Gleichzeitig sank jedoch der Jahresüberschuss der AG aufgrund der bereits erwähnten Kostensteigerungen von 23,7 Mio. Euro auf 22,8 Mio. Euro. Hiervon sollen 22,50 Euro je Aktie als Dividende ausgeschüttet werden. Dies werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung in Bad Wurzach-Ziegelbach am 07. Mai 2013 vorschlagen.