Steigende Energie- und Rohstoffkosten belasten Ergebnis weiter

Saint-Gobain Oberland verzeichnet in den ersten sechs Monaten 2012 einen Konzernumsatz von 258,2 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 4,6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz in Deutschland stieg von 191,6 Mio. Euro um 4,2 Prozent auf 199,6 Mio. Euro. Die Umsätze in Russland legten ebenfalls zu. Sie verbesserten sich um 15,2 Prozent auf 41,1 Mio. Euro. In der Ukraine hingegen ging der Umsatz um 10,5 Prozent auf 17,5 Mio. Euro zurück. Die Marktverhältnisse in Osteuropa sind nach wie vor uneinheitlich.

Trotz verbesserter Absatzlage liegen die meisten wichtigen Ergebnis- und Ertragskennzahlen unter Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür sind hauptsächlich die weiter stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie im Vorjahr enthaltene nicht wiederkehrende Sondereffekte. Insgesamt wird mit einer Verbesserung des Konzernergebnisses im restlichen Geschäftsjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr gerechnet. Für das Gesamtjahr 2012 gehen wir beim Umsatz im Vergleich zu 2011, wie bereits im Jahresausblick im Geschäftsbericht dargestellt, weiterhin von einer Verbesserung im unteren zweistelligen Prozentbereich aus. Aufgrund der nach wie vor steigenden Rohstoff- und Energiepreise erwarten wir jedoch einen Rückgang des Jahresergebnisses.

Die Marktlage der verschiedenen Glasverpackungssegmente entwickeln sich in Deutschland in einem insgesamt steigenden Markt dennoch unterschiedlich. Der Absatz bei Bierflaschen konnte sich in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres trotz der relativ spät einsetzenden Saisonalität - jedoch aufgrund der Fußball-Europameisterschaft – zumindest im Inland behaupten. Der Wein- und Sektbereich ist, ebenso wie das höherpreisige Spirituosen-Segment, von einer leichten Nachfrageschwäche gekennzeichnet, die in der anhalten Währungskrise und den damit verbundenen Verbraucherunsicherheiten begründet liegt. Der Absatz von Konserven- und Verpackungsgläsern für Lebensmittel ist infolge der teilweise verzögerten Erntezeiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer ausgefallen.

Obwohl sich die wirtschaftliche Konjunktur in Russland und der Ukraine verbessert haben, leiden beide Länder unter den Einflüssen der unsicheren Marktbedingungen. Der russische Markt ist nach wie vor von staatlichen Institutionen beeinflusst. Es wurde eine Neuregelung für die Einordnung von Wein eingeführt, aus der sich die Verwendung von notwendigen neuen Lizenzen und Steuerbanderolen ergibt, die zu Produktionsverzögerungen bei den Abfüllern führen können. Dies verunsichert den für uns wichtigen Markt für alkoholische Getränke zum wiederholten Mal. Die Bedingungen auf dem ukrainischen Verpackungsglasmarkt bleiben weiterhin schwierig. Sie werden hauptsächlich durch einen Rückgang bei der Spirituosenproduktion beeinflusst.

Das Operative Ergebnis des Oberland Konzerns fiel um 25,7% von 18,6 Mio. Euro auf 13,8 Mio. Euro im Berichtshalbjahr. Die gestiegenen Umsatzkosten konnten zwar durch die höheren Umsatzerlöse kompensiert werden, im Gegensatz dazu sind im Berichtsjahr – anders als im Vorjahr – nur geringfügige Ergebnisbeiträge aus Versicherungserstattungen oder dem Emissionshandel enthalten.

Das Gesamtergebnis liegt wie 2011 weiterhin bei 6,7 Mio. Euro. Das niedrigere Konzernergebnis wird dabei in erster Linie durch die positiven Währungseffekte ausgeglichen, welche sich um 4,3 Mio. Euro besser als im Vorjahr darstellen.

Die Saint-Gobain Oberland AG hat ihre Ausrichtung auf nachhaltige Ertragssicherung und qualitativ hochwertige Produkte auch in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres aufrecht erhalten und sieht sich in der Fokussierung auf die Qualität insgesamt bestätigt.

Insgesamt erwarten wir daher als Konsequenz für den Konzern eine Verbesserung der Situation im Jahresverlauf.