Zwischenmitteilung des Vorstands der Saint-Gobain Oberland AG zum 30. September 2015

Differenziertes Marktumfeld

Die deutsche Wirtschaft folgt mit einer Steigerung des BIP um 0,5% nach wie vor einem moderaten Aufwärtstrend. Die wesentlichen Impulse hierfür kommen aus dem konsumnahen Dienstleistungssektor. Analog dazu liegt der Behälterglasmarkt mit einem Wachstum von 0,3% leicht über dem Vorjahresniveau, trotz anspruchsvoller Vergleichszahlen. Die nach wie vor rückläufige Entwicklung im Inland konnte durch einen starken Export kompensiert werden. Insgesamt ist der Behälterglasmarkt weiterhin als stabil einzustufen, auch wenn ein nicht unerheblicher Wettbewerbsdruck das Marktumfeld beeinträchtigt.

Getrieben von niedrigen Ölpreisen und den verhängten Wirtschaftssanktionen befindet sich Russland nach wie vor in der Rezession. Das BIP liegt aktuell 3,9% unter dem Vorjahreswert. Der Behälterglasmarkt wird zusätzlich noch durch staatliche Einschränkungen für alkoholische Getränke sowie Über-kapazitäten negativ beeinflusst. Politische Interventionen, die Waffenruhe in der Ukraine sowie ein leichter Handelsaufschwung ermöglichten wenigstens eine weitgehende Stabilität des Rubels.

Ähnlich stellt sich die allgemeine Lage in der Ukraine dar. Hier ging das BIP sogar um ca. 12% zurück. Die Ukrainische Griwna konnte nach einem dramatischen Einbruch zu Jahresbeginn zumindest stabil gehalten werden, dennoch liegt die Inflationsrate nahe 80%. Entsprechend ergibt sich auf dem inländischen Glasbehältermarkt in sämtlichen Segmenten ein Rückgang zwischen 20 und 40%.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ

Die erwähnte Wettbewerbsintensität beeinflusst  auch die Umsatzerlöse der Saint-Gobain Oberland AG. In Deutschland führte insbesondere ein starker Preisdruck zu einem deutlichen Umsatzrückgang. In Osteuropa konnten die Mengen im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil gehalten werden. Die schwächelnden Landeswährungen führen trotz durchgesetzten Preissteigerungen zu einem reduzierten Beitrag zum Konzernumsatz in Euro, welcher insgesamt um 7,9% von 405,0 Mio. Euro auf 373,0 Mio. Euro fiel.

Insbesondere die Preisnachlässe sowie ein Wannenbau in Deutschland führten zu einem überproportionalen Rückgang des operativen Konzern-ergebnisses im Vergleich zu den Umsätzen. Auch Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen konnten dies nicht vollständig kompensieren.

Ausblick 2015

Für das Gesamtjahr 2015 gehen wir analog zu den ersten drei Quartalen mittlerweile von einem Rückgang der Umsatzerlöse im oberen einstelligen Prozentbereich aus.

Die Entwicklung des Operativen Ergebnisses sollte sich nach wie vor insgesamt mit unseren ursprünglichen Erwartungen – im Bereich zwischen 25 und 50 Mio. Euro – decken.

Die weitere Entwicklung der politischen Situation in der Ukraine und Russland ist derzeit noch nicht absehbar. Entsprechend sind daraus resultierende negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Konzernunternehmen nicht auszuschließen. 

Die Saint-Gobain Oberland AG gibt den Geschäftsbereich Produktionsanlagen ab, damit die Spezialisten der GPS Glasproduktions-Service GmbH flexibler und innovativer auf die Bedürfnisse von internationalen Behälterglasherstellern eingehen können. Der bisherige Geschäftsführer Rolf Themann übernimmt die Verantwortung für das mittelständische Unternehmen mittels eines Management-Buy-outs. Hierfür hat er leistungsstarke und langfristig orientierte Privatinvestoren mit unternehmerischem Hintergrund gewonnen.

Wesentliche Auswirkungen für den Gesamtkonzern werden dadurch nicht erwartet.

 

 

Im November 2015

 

Saint-Gobain Oberland AG

Der Vorstand

 

 

Alle Zahlen und Angaben sind nicht extern geprüft.