Zwischenmitteilung des Vorstands zum 30. Juni 2015

Konzernergebnis gestiegen trotz gesunkener Umsätze

Die Saint-Gobain Oberland AG, die unter dem Markennamen Verallia auftritt, verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2015 einen Konzernumsatz von 242,7 Mio. Euro. Dieser ging mit einem Minus von 6,4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurück. Der Umsatz in Deutschland sank um 5,4 Prozent von 205,0 Mio. Euro auf 193,9 Mio. Euro. Aufgrund eines Wannenbaus in Neuburg war das mengenmäßige Absatzvolumen niedriger als im Vorjahr, außerdem war ein massiver Preisdruck im Markt zu spüren. Die Marktverhältnisse in Osteuropa sind weiterhin sehr herausfordernd. Währungsbedingt sanken sowohl in Russland als auch in der Ukraine die Umsätze in Euro um 8,0 Prozent auf 33,0 Mio. Euro bzw. um 13,1 Prozent auf 15,9 Mio. Euro. In beiden Ländern konnten der mengenmäßige Absatz sowie der Umsatz in Landeswährung jedoch jeweils gesteigert werden.

Der Behälterglasmarkt in Deutschland konnte sich im ersten Halbjahr mit einem Plus von 0,6% im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres erneut leicht positiv entwickeln. Der Entwicklungstrend im Inland mit einem rückläufigen Absatz hält an, kann aber durch einen starken Export weiterhin kompensiert werden. Insgesamt kann also von einem stabilen Behälterglasmarkt ausgegangen werden, auch wenn dieser in den einzelnen Segmenten weiterhin stark durch saisonale und Verbrauchertrends beeinflusst wird. Im Gegensatz zur insgesamt positiven Entwicklung besteht nach wie vor ein zunehmendes Wettbewerbsverhalten, das sich durch einen steigenden Preisdruck auszeichnet. In Russland beeinflussen die politischen Unruhen die Konjunktur und somit die Marktbedingungen sowie das tägliche Leben weiterhin deutlich. Der russische Behälterglasmarkt verzeichnete seit Beginn des Jahres einen Anstieg, der voraussichtlich jedoch schon im zweiten Halbjahr gehemmt wird. Geschwächt durch die andauernden Kämpfe in den östlichen Industriezentren des Landes, war die ukrainische Wirtschaft im ersten Halbjahr weiter rückläufig. Der militärische Konflikt treibt die Wirtschaft in einen starken Abwärtstrend. Die Industrieproduktion verzeichnete 2015 einen weiteren Rückgang. Dies trifft so auch auf den Getränke- und Nahrungsmittelmarkt und analog auf den Behälterglasmarkt zu. Fast alle Segmente erlitten deutliche Einbußen, wobei insbesondere bei den Spirituosen und sonstigen alkoholischen Getränken negative Entwicklungen zu verzeichnen sind.

Sämtliche wichtigen, aktiv beeinflussbaren Ergebnis- und Ertragskennzahlen liegen im Bereich des entsprechenden Vorjahresniveaus. Besonders erfreulich ist, dass speziell in Osteuropa beinahe durchgängig positive Tendenzen erkennbar sind. Dies kompensiert die durch den massiven Preisdruck in Deutschland verursachten Eintrübungen nahezu vollständig. Darüber hinaus ermöglichte insbesondere der stabilisierte Rubelkurs ein Gesamtergebnis deutlich über dem Vorjahr.

Das Operative Ergebnis des Oberland Konzerns fiel um 10,5 Prozent von 17,3 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro im Berichtshalbjahr. Als Folge des Wannenabbruchs und -neubaus in Neuburg belasten die Sonstigen Aufwendungen das Operative Ergebnis dieses Jahr mehr als im Vorjahr. Positiv wirkt sich die Erholung des Rubels zwischen 1. Januar und 30. Juni 2015 aus, innerhalb der Sonstigen Erträge konnten dadurch Währungsgewinne in Höhe von 1,1 Mio. Euro erzielt werden. Somit ergibt sich unter dem Strich ein Konzernergebnis in Höhe von 7,1 Mio. Euro im Vergleich zu 6,5 Mio. Euro im Vorjahr.

Die Saint-Gobain Oberland AG hat ihre Ausrichtung auf nachhaltige Ertragssicherung und qualitativ hochwertige Produkte auch in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres aufrechterhalten und sieht sich in der Fokussierung auf Innovation, Service und Qualität insgesamt bestätigt.

Für das Gesamtjahr 2015 gehen wir beim Umsatz verglichen mit 2014 insgesamt von einem marginalen Rückgang aus. Ein Operatives Ergebnis im Bereich zwischen 25 und 50 Millionen Euro ist trotzdem nach wie vor realistisch. Einschränkend hierzu ist die weitere Entwicklung der politischen Situation in der Ukraine und Russland derzeit noch nicht absehbar. Entsprechend sind daraus resultierende negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Konzernunternehmen nicht auszuschließen.