Zwischenmitteilung des Vorstands zum 30. September 2014

Geopolitisch schwieriges Marktumfeld

Die Wirtschaftslage in Deutschland hat sich gemäß den jüngsten Herbstgutachten diverser Wirtschaftsforschungsinstitute – insbesondere aufgrund der verhaltenen Entwicklung der letzten beiden Quartale – etwas eingetrübt. Das 2013 noch prognostizierte Wachstum wurde nach unten korrigiert. Die Behälterglasbranche hingegen hat sich mit einem Plus von 3,0% im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres gut entwickelt. Dies wird in erster Linie im Inland mit +3,1% durch das lange, milde Frühjahr und speziell im Getränkesegment nicht zuletzt durch die diesjährige Fußballweltmeisterschaft getragen. Der Export verlief ähnlich erfreulich, wenn auch mit + 2,7% auf einem etwas geringeren Niveau. Insgesamt ist der Behälterglasmarkt weiterhin als relativ stabil einzustufen, auch wenn ein nicht unerheblicher Wettbewerbsdruck das Marktumfeld beeinflusst.

Die russische Wirtschaft wird nach wie vor maßgeblich durch die verhängten EU-Sanktionen beeinträchtigt. Unter anderem ein schwacher Rubel, ein deutlich gefallener Ölpreis sowie ein nun stark zurückgehender privater Konsum führen zu einem nur sehr moderaten Wirtschaftswachstum. Auf den Behälterglasmarkt schlägt dies vor allem im Bereich alkoholischer Getränke durch.

Als sehr unsicher stellt sich die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation in der Ukraine dar. Auch die Ergebnisse der gerade erfolgten Parlamentswahlen dürften dies kurzfristig nicht maßgeblich ändern. Das seit Jahresbeginn rückläufige BIP hat sich in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich verschlechtert. Auf dem Behälterglasmarkt ist ähnlich wie in Russland vor allem die nachlassende Produktion alkoholischer Getränke spürbar.

 

Umsatz- und Ergebnisentwicklung insgesamt positiv

Trotz der geschilderten schwierigen Rahmenbedingungen konnte Saint-Gobain Oberland segmentübergreifend mengenmäßig deutlich mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum absetzen. Insgesamt stieg der Umsatz des Saint-Gobain Oberland Konzerns dadurch um 2,0% von 397,2 Mio. Euro auf 405,0 Mio. Euro. Insbesondere negative Währungseffekte verhinderten einen noch höheren Anstieg.

Für die Ertragslage ergaben sich durch die Wechselkursschwankungen keine wesentlichen Auswirkungen, da analog auch die Kostenseite betroffen war. So ermöglichten auf Ergebnisebene vor allem ein konsequentes Kostenmanagement und eine günstige Energiepreisentwicklung ein Operatives Ergebnis, das deutlich über Vorjahresniveau liegt.

 

Ausblick 2014

Wir gehen weiterhin davon aus, unsere ursprünglichen Absatzziele im laufenden Geschäftsjahr mengenmäßig zu erreichen. Die negative Entwicklung von russischem Rubel und ukrainischer Griwna wurde im Prognosebericht zum 30.06.2014 bereits berücksichtigt, entsprechend besitzen die damals veröffentlichten Aussagen weiterhin ihre Gültigkeit. Der Konzernumsatz in Euro dürfte im Berichtsjahr 2014 somit im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen.

Auch die Entwicklung des Operativen Ergebnisses sollte sich insgesamt mit unseren ursprünglichen Erwartungen – Steigerung im mittleren zweistelligen Prozentbereich – decken. Im Segment Deutschland kann ein zweistelliges prozentuales Wachstum mittlerweile allerdings ausgeschlossen werden.

Die weitere Entwicklung der geopolitischen Situation in der Ukraine und Russland ist derzeit noch nicht absehbar. Die daraus resultierenden Währungskurse und Kapitalkosten haben erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung von Beteiligungen. Daher sind materielle negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Konzernunternehmen nicht auszuschließen. 

 

 

 

Im November 2014

Saint-Gobain Oberland AG

Der Vorstand

 

 

Alle Zahlen und Angaben sind nicht extern geprüft.