Zwischenmitteilung des Vorstands zum 31. März 2015

Weiterhin herausforderndes geopolitisches Marktumfeld

Im Euro-Raum liegen deutlich verbesserte makroökonomische Rahmenbedingungen vor. Niedrige Inflationsraten, stärkerer privater Konsum sowie die Geldmengenlockerung der EZB führten zu einer nochmals angehobenen Wachstumsprognose seitens des Sachverständigenrats.  Diesem allgemeinen Trend folgt auch der Behälterglasmarkt im ersten Quartal 2015 mit einem Plus von 1,3% im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Auch wenn das Inlandsgeschäft mit -3,4% im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des später bzw. normal einsetzenden Frühjahres zurückliegt, konnte dies durch einen starken Exportzuwachs von 13,8% deutlich kompensiert werden. Beide Absatzbereiche werden im Wesentlichen durch saisonale Einflüsse im Getränke- und Nahrungsmittelsegment geprägt. Insgesamt ist der Behälterglasmarkt damit weiterhin als stabil zu bezeichnen, wenngleich sich ein steigender Preisdruck durch zunehmend kompetitives Wettbewerberverhalten abzeichnet.

Russland befindet sich erstmals seit 2009 wieder in einer Rezession. Insbesondere der Verfall des Ölpreises sowie die verhängten Sanktionen könnten im Gesamtjahr 2015 zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu 4% führen. Einhergehend damit stieg die Inflation im ersten Quartal 2015 auf knapp 17%, während der Rubelkurs zumindest verhältnismäßig stabil blieb.

Innerhalb des Behälterglasmarktes ist insbesondere der Bereich alkoholischer Getränke weiter rückläufig.

Noch wesentlich dramatischer als in Russland stellt sich die Situation in der Ukraine dar. Das BIP fiel im ersten Quartal 2015 um 15%, die Inflation stieg auf über 20%. Entsprechend ist branchenübergreifend ein signifikanter Produktionsrückgang feststellbar. Dies trifft so auch auf den Getränke- und Nahrungsmittelmarkt und analog auf den Behälterglasmarkt zu. Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern kann Zorya dies dank seiner Zugehörigkeit zum Verallia-Verbund durch erhöhte Exporte teilweise kompensieren.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ

Als Folge der geschilderten schwierigen Rahmenbedingungen sank der Umsatz der Saint-Gobain Oberland AG im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1% von 118,9 Mio. Euro auf 110,4 Mio. Euro. Der mengenmäßigen Steigerung wirkten in Deutschland negative Preiseffekte, in Osteuropa vor allem Währungseffekte entgegen.

Im Hinblick auf die Ertragslage konnte trotz konsequentem Kostenmanagement insbesondere der Preisrückgang in Deutschland nicht vollständig kompensiert werden. Entsprechend liegt auch das operative Konzernergebnis unter dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Beim Vorjahresvergleich gilt es zu beachten, dass die allgemeine Lage in Osteuropa im ersten Quartal 2014 noch relativ stabil war. Außerdem wurde im Vorjahreszeitraum anders als im aktuellen Jahr kein Wannenbau mit entsprechend geringerer und damit ergebnismindernder Produktion durchgeführt.

Ausblick 2015

Wir gehen davon aus, unsere im Geschäftsbericht veröffentlichten Umsatzziele im laufenden Geschäftsjahr insgesamt zu erreichen. Unter der Prämisse einer weiterhin annähernd stabilen Wechselkurssituation könnten sich die Umsätze in Osteuropa sogar deutlich besser als ursprünglich erwartet entwickeln. Der Konzernumsatz könnte dann am Jahresende nur marginal unter dem des Vorjahres liegen.

Die Entwicklung des Operativen Ergebnisses sollte sich insgesamt mit unseren ursprünglichen Erwartungen – Rückkehr in einen Bereich zwischen 25 und 50 Mio. Euro – decken. Im Segment Deutschland rechnen wir aufgrund des deutlich spürbaren Preisdrucks allerdings nicht mehr mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Die weitere Entwicklung der politischen Situation in der Ukraine und Russland ist nach wie vor nicht hinreichend verlässlich absehbar. Entsprechend sind daraus resultierende negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Konzernunternehmen nicht auszuschließen.